Phasen der Veränderung

Wir Menschen lieben Gewohnheiten. Das Leben wäre auch anstrengend, wenn wir uns jeden Tag neu erfinden müssten.  Daher verfügen wir über ein beachtliches Beharrungsvermögen, das umso ausgeprägter wird, je älter wir werden. Doch die gute Nachricht ist: auch bis ins hohe Alter können wir neue Dinge angewöhnen, wenn wir uns auf Veränderungen einlassen.

 

Bei Veränderungen durchlaufen wir typischerweise verschiedene Phasen:

  • Ablehnung: Schock, Starre, zunächst nicht wahrhaben wollen.
  • Widerstand: Aktiv leugnen, Gegenmaßnahmen ergreifen, Sündenböcke suchen, relativieren, sich abgrenzen.
  • Entdecken: rationale Akzeptanz, Abschied nehmen, Interesse am Neuen zeigen, sich umorientieren,
  • Commitment: Emotionale Akzeptanz, testen und neu beginnen in einem geänderten Umfeld. Erfolge feiern und festigen.

 

 

 

Mit diesem Modell arbeite ich im „Change Changemanagement“, um Veränderungen in Teams und Organisationen aktiv gestalten“. Ob wir es wollen oder nicht, immer wieder werden wir Veränderungsprozesse durchleben. Der kleine Zug symbolisiert die unterschiedlichen Rollen, die der Einzelne dabei in der Gemeinschaft einnehmen kann:

 

  • In der Lokomotive sitzen die „Macher“, die aktiv Verantwortung für sich und andere übernehmen, um den Prozess im Sinne des Gemeinwohls voranzutreiben.

 

  • Im Kohlewagen sitzen die Personen, die die Verantwortlichen befeuern, indem sie sie aktiv unterstützen. Das kann durch die Übernahme von Teilverantwortung erfolgen, aber auch durch wertschätzende und loyale Kritik am eingeschlagenen Kurs. Konstruktive Vielfalt ist ein Gewinn für alle.

 

  • In den folgenden Waggons sitzen eine Vielzahl an Passagieren, die den Veränderungsprozess mit unterschiedlich starkem Interesse oder Engagement verfolgen. Wird dem Führungsteam vertraut, machen sie sich mit auf die Reise.

 

  • Im letzten Wagen sieht das anders aus. Dort sitzen die Ängstlichen, die Nörgler, die Bremser und die Besserwisser, die Veränderung nicht mitmachen wollen. Das kann unterschiedlicher Gründe haben, die ich hier nicht weiter beleuchten will. Es kann sein, dass einige am Ende der Reise nicht mehr an Bord sind.

 

Die Delle auf der Strecke deutet an, dass dieser Zug durch ein „Tal der Tränen“ fährt. Es entsteht das Gefühl, dass die Veränderung uns in einen Abgrund zieht. Anfangs fühlen wir uns machtlos, doch ab der Phase des Entdeckens geht es mit unserem Selbstwertgefühl wieder aufwärts. Wenn wir erleben, dass wir etwas Neues erreichen können, schüttet unser Gehirn Glückshormone aus.

 

 

Der Bezug zu Corona:   Ich vermute, wir haben den Tiefpunkt noch nicht ganz erreicht, doch dieses Modell gibt mir die Zuversichtlich, dass wir auch durch dieses Tal kommen werden und es wieder aufwärts geht.

 

Eines ist sicher: die Zukunft kommt auf jeden Fall. Es braucht einiges an Veränderungswilligkeit und Veränderungsfähigkeit, um wohlbehalten im neuen Umfeld anzukommen. Wenn uns das geling, haben wir neue Kompetenzen erworben und gehen gestärkt aus der Krise hervor.

 

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie von der Problem- in die Lösungsorientierung kommen, dann lesen Sie auch meinen Beitrag „Gutes Leben in Veränderung“


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